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Biographie

[Portrait]
Vladimir Gelvan

Vladimir Gelvan, ehemaliger erster Solotänzer an der Deutschen Oper Berlin, hat an der Ballettschule von Riga studiert und lernte unter Galina Ulanova und Asaf Messerer am Bolschoi Theater in Moskau. Sein Debut gab er allerdings an der Ballettoper in Riga.

Von 1968 bis 1971 war er mit der Kompanie "Stars of the Bolschoi and Kirov Ballets" auf Tournee durch Europa und wurde 1969 als "Verdienter Künstler der Lettischen Republik" ausgezeichnet.

[Nuszknacker in Riga mit Barischnikov]
mit Michail Barischnikov und Alexander Godunov
im Nußknacker in Riga

Gelvan verließ Riga 1974; nach einigen Gastauftritten in Italien wurde er Solotänzer am American Ballet Theatre. Dort tanzte er neben Nureev und dem Schulkameraden Barischnikov die Hauptrollen in den Balletten "Schwanensee", "Dornrößchen", "Raimonda", "Les Sylphides", "Pillar of Fire", "Giselle" u. a.

1976 kam er als erster Solotänzer an die Deutsche Oper Berlin und feierte sofort große Erfolge als Siegfried in Kenneth MacMillans "Swan Lake", Jean de Brienne "Raymonda", Albrecht in Tudors "Giselle", Romeo in "Romeo und Julia", er tanzte den Prinzen in John Crankos "Firebird" und die Hauptrolle in "Petrouchka". Abgesehen von den großen Rollen im Klassischen Repertoire tanzte er die Hauptrollen in den Balanchine Balletten: "Apollon", "Symphony in C", "La Valse" und "Agon", den Schieber in Kurt Joos "The Green Table", Daphnis in Hans von Manens "Daphnis and Chloe", Peleas in "Peleas and Melisande", das Hauptpaar in Van Manens "Adagio Hammerklavier", Heinz Spoerlis "Childe Harold" u. a.

[mit Rudolph Nurejev]
mit Rudolph Nurejev

Für seine Rolle als Myshkin in Valery Panovs "Der Idiot" erhielt er 1979 den Deutschen Kritikerpreis. Für diesen Part erhielt er auch viel Beifall bei der Amerika-Tournee der Deutschen Oper 1980. Unter seinen Partnerinnen an der Deutschen Oper waren u. a. Eva Evdokimova, Lynn Seymour, Marcia Haydee, Galina Panova, Konstanze Vernon und Natalia Makarova.

1979 nahm er am World Ballet Festival in Japan teil und war 1980 Gasstar am Tokio Ballet. 1981 war er Gast einer internationalen Tanzgala, die von Cervantes International Festival in Mexico präsentiert wurde. Während der Spielzeit 1981/82 gab Gelvan sein Debut als Gasttänzer am National Ballett of Canada, wo er mit Vanessa Harwood und Karen Kain in "Giselle" und "Les Sylphides" auftrat. Außerdem tanzte er die Rolle des Orion / Ballet Master in Laslo Sergis Produktion von "Sylvia", aufgeführt für das Norwegian National Ballet in Oslo, und war Partner von Leslie Browne in "Le Corsaire" und "Giselle" als Gasttänzer am Israel Ballett.

1984 tanzte er zwei verschiedene Rollen im Roland Petit Ballett "Les Intermittences du Coeur" - Young Proust und Monsieur de Charles sowie 1985 im Blauen Engel von Roland Petit als Professor. 1986 gab er Gastauftritte in Frankreich und Puerto Rico.

1985 erwarb Gelvan die deutsche Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung und ist seit 1986 Leiter einer eigenen Schule.

Während seiner Zeit als aktiver Tänzer beteiligte er sich an diversen Wohltätitkeitsveranstaltungen, z. B. zur Rettung des Hebbels-Theaters oder der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche, wofür er von Axel Springer ausgezeichnet wurde. Von 1988 bis 2001 machte er die Choreographie zu den Berliner JEDERMANN-Festpielen.

1994 gastierte er als Ballettmeister an der Tokio Ballet Company und gab beim World Ballet Festival Unterricht für renommierte Künstler. Heute ist Vladimir Gelvan gelegentlich Gastballettmeister an der Deutschen Oper Berlin und Staatsoper Berlin.